Prof. Henke, Frau Goschin

In Deutschland leben gegenwärtig fast 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Jährlich treten etwa 300.000 Neuerkrankungen auf. Aufgrund des demografischen Wandels wird sich bis zum Jahr 2050 die Anzahl der an Demenz erkrankten Menschen verdoppeln. Dieses stellt eine große Herausforderung hinsichtlich der Versorgung in der Häuslichkeit, aber auch in anderen Bereichen dar. Die Versorgung ihrer an Demenz erkrankten Angehörigen/ Ehepartner ist für viele eine emotionale, nur schwer zu ertragende Situation.

Die Kaffeemaschine, die Leben retten kann, der Schlüsselanhänger, der Hilfe ruft oder das Licht, das müde/wach macht: Das sind einzelne Beispiele für schlaue/smarte Produkte, die bei Beeinträchtigungen helfen können, länger selbstständig zu leben. Diese schlauen Produkte werden auch altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben (AAL) genannt. AAL will das alltägliche Leben situationsabhängig und unaufdringlich gerade auch bei Demenz unterstützen. Es sind Assistenzsysteme zur Erinnerung, Steuerung, Sicherheit und Kontrolle im Alltag, aber auch für die medizinische bzw. pflegerische Therapieplanung. Technik alleine reicht nicht. Es müssen auch entsprechende Dienstleistungen im Hintergrund ein selbstständiges Leben begleiten.

Das Gesundheitsseminar will einerseits einen Überblick über mögliche Wohnformen und Dienstleistungen bei Demenz geben, zum anderen werden die einzelnen smarten/schlauen Produkte vorgestellt und hinsichtlich ihres Nutzens diskutiert.

Referenten des Patientenseminars sind Heike Goschin, Pflegedienstleitung der Familien- und Krankenpflege gGmbH und Pflegeexpertin für Menschen mit Demenz, und Prof. Dr. Ursula Henke, Institut für medizinische und pflegerische Versorgungsforschung (ImpV). Sie stehen nach den Vorträgen für Fragen der Besucher zur Verfügung.

  1. Juni 2017, 17.00 – 19.00 Uhr

im Veranstaltungsraum des Museums Bochum, Kortumstr. 147, 44777 Bochum