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Über den Stellenwert der Inzidenzen ist eine neue Diskussion entbrannt. Die 7-Tage-Inzidenz gibt an, wieviel Neuerkrankte pro 100.000 Einwohnern registriert wurden und ist damit ein Maß für die Ausbreitung der Erkrankung in der Bevölkerung. Unberücksichtigt bleiben der Krankheitsverlauf, die Schwere der Symptomatik und die Belastung des Gesundheitssystems.
Durch das Fortschreiten der Impfkampagnen wird angenommen, dass die Krankheitsverläufe milder sind und die Zahl der notwendigen Krankenhausbehandlungen weniger wird. Aber nichts Genaues weiß man nicht. Daher sollen neue Beurteilungskriterien eingeführt werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und das Robert-Koch-Institut schlagen vor, dass die Hospitalisierungsrate erfasst werden soll, um so zu erkennen, wie viele schwere Verlaufsformen entstehen und wie die Belastung des Gesundheitssystems sich entwickelt. Möglicherweise ist die Häufigkeit der notwendigen Intensivbehandlungen ein besserer Indikator, da die Zahl der Intensivbetten begrenzt und die Versorgung der Patienten personalaufwendig ist. Das Kriterium der Todesfälle durch oder mit Covid-Infektion ist umstritten, da die Trennlinie manchmal nicht scharf zu ziehen ist, zumal Infizierte häufig älter und multimorbide sind. Das RKI meldet 91233 Todesfälle seit Beginn der Pandemie in Zusammenhang mit den Covid-19-Infektionen.

Krankenhausgesellschaft sieht Meldepflicht kritisch

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sieht die Pläne zur Meldepflicht kritisch, da schon jetzt die wichtigsten Angaben den Gesundheitsämtern gemeldet würden und bürokratische Mehrbelastungen entstünden ohne zusätzlichen Erkenntnisgewinn. Auch gebe es schon über das Infektionsschutzgesetz Regelungen über notwendige Meldedaten der hospitalisierten Patienten.
In der Diskussion um die Lockerung oder Verschärfung der Beschränkungen in Abhängigkeit von den Inzidenzen bleibt die Frage der Long-Covid-Patienten zur Zeit unberührt. Bekannt ist, dass Geimpfte und Genesene weiterhin infiziert werden können und den Erreger auch weiter geben können. Wenn auch nach einem Immunschutz neue Infektionen milder oder asymptomatisch verlaufen, schließt das ein späteres Long-Covid-Syndrom nicht aus.

Ein gewagter Großversuch

Die Zahlen aus England zeigen, dass die Covid-Fallzahlen schnell steigen, immer mehr Patienten müssen stationär behandelt werden, die Sterberate der mit der Deltavariante des SARS-CoV-2-Virus Infizierten steigt ebenfalls. Die Zahl der Long-Covid-Patienten wächst deutlich. Die Regierung in Großbritannien setzt auf die Eigenverantwortlichkeit der Bevölkerung und lockert alle Restriktionen, unabhängig von der Inzidenz. Ein gewagter Großversuch.
mt

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