Liebe, Gemeinschaft, soziale Teilhabe, regelmäßige geistige Herausforderungen, ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und eine positive Lebenseinstellung: So kann jeder von uns einer Demenzerkrankung vorbeugen. „Selbst mit einer familiären Vorbelastung muss sich niemand seinem Schicksal ergeben“, sagte Prof. Dietrich Grönemeyer beim Online-Patientenseminar des Medizinischen Qualitätsnetzes (MedQN) Bochum. Das dritte und letzte Webinar 2025 erzielte einen Rekord: Das Ärztenetz mit seinem Vorsitzenden Dr. Christian Möcklinghoff freute sich über mehr als 80 Anmeldungen.
Es beginnt schleichend. Ein verlegter Schlüssel, ein verpasster Termin, ein vergessener Name: Kaum jemand denkt bei solchen Alltagslücken sofort an Demenz. Aber irgendwann merkt und befürchtet man: Das könnte mehr als Vergesslichkeit sein. Dabei sind die Zahlen alarmierend: Derzeit leben in Deutschland mehr als 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Die meisten von ihnen sind von Alzheimer betroffen. Schätzungen besagen, dass sich die Zahl der Erkrankten bis 2050 auf 2,7 Millionen erhöhen wird. Dabei ist schon jetzt festzustellen: Demenz wird immer häufiger auch bei jüngeren Menschen diagnostiziert.
Hoffnung verspricht Prof. Dietrich Grönemeyer. „Das individuelle Demenzrisiko lässt sich senken“, schreibt der renommierte Bochumer Mediziner und Autor in seinem kürzlich erschienenen Spiegel-Bestseller „Demenz: Gezielt vorbeugen, ganzheitlich verstehen, liebevoll begleiten“. Mit kleinen Schritten könne jede Frau, jeder Mann viel dafür tun, dass Demenz gar nicht erst entsteht.
In ebenso bewegenden wie anschaulichen Worten berichtete Prof. Grönemeyer beim MedQN-Seminar über die Demenz-Erkrankung seiner Eltern. Sein Appell: Niemals loslassen, auch wenn’s mitunter schwerfällt, dem erkrankten Vater, der erkrankten Mutter, den Großeltern immer wieder mit Liebe begegnen. Denn: „Sie lieben ihre Kinder immer noch. Sie wissen es nur nicht mehr.“
Der zweite wichtige Ratschlag an Angehörige: „Nehmt Hilfe an!“ Vielfach wollten die pflegenden Familienmitglieder als „Einzelkämpfer“ funktionieren – und werden wegen der massiven Überlastung selbst krank. Frühzeitig sollte deshalb das Netz an Hilfsangeboten genutzt werden, in Bochum etwa die Angebote der Alzheimer-Gesellschaft an der Universitätsstraße.
In mehr als 90 Minuten vermittelte das Webinar vielfältige Informationen und alltagstaugliche Tipps für Menschen, die dem schleichenden Gedächtnisverlust frühzeitig begegnen wollen oder ihre Eltern und Großeltern daheim betreuen. Dazu trugen neben der hohen Expertise von Prof. Grönemeyer auch die kompetenten Fragen der Teilnehmer bei.
Aufgrund des erfolgreichen Auftaktes in diesem Jahr hat sich das MedQN entschlossen, alle drei Webinare des Jahres 2025 in einer Videothek zur Verfügung zu stellen. Sie ist über diesen Link erreichbar: http://bit.ly/44Bj2nA. Zum Anschauen der Aufzeichnungen ist lediglich eine kurze Anmeldung mit einigen wenigen Informationen erforderlich. Die drei Videos werden hintereinander abgespielt.
Die Reihe mit Patientenseminaren wird 2026 fortgeführt. Die Termine und Themen werden in Kürze festgelegt. Aktuelle Infos gibt es auf der MedQN-Homepage www.medqn.de und auf den Social-Media-Kanälen.